Time Machine & AFP mit Ubuntu

Heute berichte ich über die zentrale (und verschlüsselte) Datensicherung von Macs per Time Machine auf einem Ubuntu Linux-Server. Hierzu werden die Dienste Bonjour (Apples Implementierung von Zeroconf) und AFP (Apple Filing Protocoll) benötigt, damit die zu sichernden Macs den entfernten File-Server automatisch finden (Bonjour) und dort Daten ablegen können (AFP). Unter Linux steht mit dem Software-Paket netatalk eine Kernel-basierte Implementierung der AppleTalk Protokoll-Familie, darunter auch AFP, bereit. Leider ist aus Lizenzgründen unter Ubuntu nur ein netaltalk-Paket ohne verschlüsselter Authentifizierung verfügbar. Es muss daher mittels des Sourcecodes installiert werden (Anleitung im Wiki). Als Zeroconf-Implementierung (Bonjour-Ersatz) kommt unter Linux avahi zum Einsatz, dessen Einrichtung unter Ubuntu reibungslos verläuft. Im letzten Schritt steht die Konfiguration von Time Machine unter Mac OS X an. Da unter Linux keine stabile Implementierung für das Apple-Dateisystem HFS+ existiert, müssen alle Backups in ein Apple SparseBundle-Imagefile ablegt werden, welches wiederum per AFP freigegeben wird. Auch hierzu eine kurze Anleitung im Wiki, wie ein solches Imagefile erstellt wird.

Ich kann zwar noch nicht mit Langzeittests dienen, jedoch laufen die Time Machine Backups bisher sehr zuverlässig und reibungslos. Time Machine mounted automatisch die AFP-Freigabe auf dem Ubuntu-Server und das darin befindliche Image vor dem Backup und unmounted es nach Gebrauch wieder. Ist der Server nicht erreichbar, schlägt das Backup zwar fehl, funktioniert nach dem Einschalten des Servers dann aber wieder ohne Probleme und ohne manuellem Eingriff. Auch die Backups über WLAN funktionieren bisher gut.