Mini-ITX Raid-Fileserver
Diese Woche kamen die letzten Teile für meinen neuen File-/Home-Server, den ich heute Abend mit Norman zusammengebaut habe. Da mich die Größe, das Gewicht und der hohe Stromverbrauch meines alten Servers zu Hause gestört haben, ist es ein stromsparendes Mini-ITX-System geworden (siehe Bild rechts: alter P4-Server mit Wasserkühlung unten, neues Mini-ITX-System oben). In einem Chenbro ES34069 Mini-ITX-Gehäuse mit 4 Hot-Swap SATA Festplatten-Einschüben ist ein Mini-ITX Mainboard DG45FC von Intel verbaut, welches mit 4 SATA- Anschlüssen und Gigabit-Netzwerkanschluss onboard ausgestattet ist. Das Gehäuse ist solide verarbeitet, sieht schick aus und ist wirklich sehr kompakt. Verbaut ist ein Dual-Core Pentium Prozessor mit 2.5Ghz, 2×2GB DDR2-800 RAM, 4 stromsparende 1TB Festplatten von WD, eine kleine 80GB 2.5″ Systemfestplatte und diverse Lüfter zur Kühlung. Weitere Details zur Hardware und Links zu Reviews und Anleitungen sind im Wiki zu finden.
Als Betriebssystem kommt Ubuntu Server 9.04 (Jaunty) zum Einsatz. Die vier großen Festplatten werden per Software in einem RAID5-Verbund betrieben. Im Wiki-Dokument UbuntuHomeserver werde ich sämtliche Konfigurationsschritte festhalten, die ich im Laufe der Einrichtung des Systems durchführen werde. Neben den schon erwähnten Hardware-Infos, ist dort aktuell die Partitionierung, die Liste der installierten Ubuntu-Pakete und kurze Beschreibungen zu Wake-on-Lan und dem Auslesen der Temperatursensoren (CPU und HDDs) dokumentiert.
13 Kommentare zu “Mini-ITX Raid-Fileserver”
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Jörg am 2. Juli 2009
Hallo, ich freue mich über den Bericht, vor allem die Konfigurationsbeschreibung im Wiki. Nun überlege ich mir vllt. doch, so ein Gerät aufzusetzen.
Mich würde noch die Lautstärke interessieren (ich weiss, dass das eine subjektive Meinung ist, dennoch würde ich mir wünschen, wenn Du das noch ergänzen könntest).
Benjamin am 2. Juli 2009
Hi Jörg,
ich bin noch dabei mir passende Lüftersteuerungen vor allem für die im Gehäuse schon verbauten 70′er Lüfter auszusuchen. Die 70′er sind die mit Abstand lautesten Komponenten im System, hier muss man tatsächlich noch nachbessern. Wenn man diese probeweise abklemmt, ist das System sehr leise (ich bin eher empfindlich, was Lautstärke angeht). Es wird bei mir wohl eine temperaturgeregelte Lüftersteuerung für 15-25 EUR. Nach meinem Einbau werde ich meine Erfahrungen wieder im Wiki dokumentieren und noch mal mit einem Blog-Eintrag darauf aufmerksam machen. Also einfach den RSS-Feed abonnieren
Alex am 30. Juli 2009
Hallo,
wie denkst du siehts aus wenn der “worst-case” eintritt und der onboard RAID-Controller baden gehen sollte (bzw. das ganze Board) meinst du, du kannst das Array dann ohne Probleme mit einem anderen Controller wieder herstellen? Bzw. wie Backupst du die 3 Terrabyte (abgesehen von der RAID-Redundanz)?
Super Artikel im Übrigen!
Alex am 30. Juli 2009
Aja, und du hast für die OS Platte den eSATA Port “misbraucht”, stimmt das?
Benjamin am 1. August 2009
Hi Alex,
ich nutze die onboard RAID-Funktionalität auf dem Board gar nicht, sondern setze es nur als reinen SATA-Controller ein. Unter Linux habe ich ein Software-Raid eingerichtet, so dass ich von der Hardware unabhängig bin. Bei einem Crash des Mainboards, kann ich die Platten ohne Probleme an ein anderes System mit einem unterschiedlichen Controller betreiben.
Als Backup verwende ich zur Zeit eine externe USB-Platte mit 1TB. Dort werden regelmäßig die wichtigsten Daten “hingesynced”.
Ja, die 2.5″ Systemplatte hängt über ein eSATA-zu-SATA-Kabel am externen Port. Mit einem Seitenschneider kann man relativ leicht in der Nähe des eSATA-Anschlusses ein wenig vom Gehäuse rausschneiden und dort das Kabel reinlegen. Fixiert habe ich es mit Kabelbinder. Funktioniert bisher ohne Probleme und war wenig Aufwand. Alternativ könnte man noch einen PCIe-1x-SATA-Controller in halber Bauhöhe einbauen und dort die 5. Festplatte betreiben. Man muss dazu aber das Slotblech des Controllers demontieren, da keine Slot-Öffnung im Gehäuse vorgesehen ist.
Ralf am 12. August 2009
Wegen den Gehäuselüftern: Auf 12 Volt betrieben sind die tatsächlich sehr laut. Ich betreibe die beiden Lüfter mit 5 Volt und so sind die kaum hörbar. Dafür habe ich vorne und oben noch zwei 60er Lüfter eingebaut. Die Temperaturen sind in Ordnung soweit. Nur die Southbridge macht mir ein bisschen Probleme. Ich hab da, trotz aufgeklebtem passivem Kühler, Temperaturen so um die 85°C.
Benjamin am 12. August 2009
Hi Ralf,
die Gehäuselüfter hinter den Festplatten habe ich an einer Lüfter-Temperatursteuerung angeschlossen, die mit einer Zieltemperatur von etwa 40°C konfiguriert ist. Den Temperatursensor des Steuerungsboards habe ich dazu in den Laufwerksschacht geklebt, damit direkt an der Festplatte die Temperatur gemessen wird. Der Vorteil daran ist, dass wenn die Festplatten herunterfahren (Sleep) die Lüfter nach einer Zeit komplett ausgehen und wenn es mal etwas wärmer ist, die Lüfter ggf. auch schneller als mit 5V laufen können.
Einen kurzen Einbaubericht mit Bildern wollte ich eigentlich schon seit Wochen in den Blog stellen, kam leider noch nicht dazu. Dieses WE klappts hoffentlich
Christian am 31. Dezember 2009
Hi! Wie wurde der Ubuntu-Server installiert, das Chenbro-Gehäuse hat ja kein CD-ROM? Mit der Ubuntu-Desktop-Version kann man sich von der LIVE-CD einen bootbaren USB-Stick (usb-create) erzeugen, aber für die Server-Version?
Benjamin am 1. Januar 2010
Hi Christian,
mit http://unetbootin.sourceforge.net/ kannst du ein beliebiges ISO-Image auf einen USB-Stick schreiben lassen, also auch die Server-Edition von Ubuntu. Viel Erfolg und ein frohes Neues!
Michael am 26. Februar 2010
Hallo Benjamin,
vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht, habe ganze schön lange gebraucht um den zu finden, jetzt als Lesezeichen eingetragen
.
Könntest du einen Preis für das Packet nennen das du dir zusammengestellt hast? Ich überlege noch ob ich mir auch einen HomeServer anschaffe, bekomme aber erst im Juli ein volles Gehalt, also muss ich mal vorkalkulieren
Mir ist klar, dass man bei Hardware nie genau auf den Cent sagen wieviel das ganze kostet, da es in dem Bereich eigentlich nur Tagespreise gibt, aber so ein grobe Einschätzung wäre super.
Dein System ist 32-Bit oder? Gibt es überhaupt mini-ITX als 64-Bit Versionen?
Und was ich noch schade finde, bei dem Mainboard ist kein serieller Anschluss vorhanden.
Werde mich auf der CeBit auch nochmal erkundigen und schauen was es neues gibt.
Nochmals danke für diesen Blog und für den Wiki-Eintrag, sehr informativ!
Benjamin am 3. März 2010
Hi Michael,
am besten du rechnest dir die Komponenten mal über den Heise Preisvergleich zusammen. Die von mir verwendeten Komponenten findest du im Wiki. Ich würde auch mal nach dem Preis/Leistungsverhältnis von aktuellen 1.5 oder 2TB Festplatten recherchieren. Mein Server ist schon fast wieder voll :-/
Das System ist 64bit, mini-ITX hat da recht wenig mit der Architektur zu tun. Es kommt eine “handelsübliche” Pentium Dual-Core E5200-CPU mit voller 64bit-Unterstützung zum Einsatz.
Einen seriellen Anschluss lässt sich relativ einfach mit einem USB-Serial-Adapter für unter 20EUR nachrüsten.